Was ist ein “Risikoprofil”?

Im heutigen Beitrag soll es darum gehen, ein Risikoprofil zu definieren und Anhaltspunkte dafür zu geben, was es beinhaltet. Grundsätzlich hat jeder Mensch im medizinischen Kontext ein Risikoprofil, welches im Wesentlichen angibt, für welche Krankheiten er eher anfällig bzw. prädisponiert ist. Sein individuelles Risikoprofil zu kennen, ist wichtig, wenn man gesund altern möchte und sowohl seine Lebensqualität als auch -quantität möglichst optimieren möchte. Und dabei geht es nicht um irgendwelche Biohacking-Methoden, sondern um ganz klassische, etablierte Fragen der Gesundheitsvorsorge. Viele Menschen möchten lieber nicht wissen, für welche Krankheiten sie eher ein Risiko tragen, weil sie sich dadurch nur mehr Sorgen machen. Das sollte natürlich auch nicht der Fall sein, doch trotzdem ist die Erstellung eines solchen Profils in meinen Augen für jeden Menschen sinnvoll, weil es auch Ärzten einfach ihre Arbeit stark erleichtert und vielleicht kleine Anpassungen im Lebensstil schon reichen, um ein paar Lebensjahre mehr “herauszuholen”.

Im Kontext des leistungsmäßig betriebenen Bodybuildings kommt der Erstellung dieser “Gesundheitsakte” eine besondere Bedeutung zu, da sie meist im Kontext eines “Enhancements” vorgenommen wird. Dabei werden Gesundheitsparameter im besten Falle VOR dem ersten Gebrauch von PEDs erhoben, um Ausgangswerte zu haben, an denen man ablesen kann, wie stark bestimmte Substanzen sich auf etwaige prognostische Marker auswirken. Natürlich ist eine pharmakologische “Unterstützung” gezwungenerweise IMMER mit einem Gesundheitsrisiko verbunden und kann nie bedenkenlos durchgeführt werden. Mithilfe eines persönlichen Risikoprofils ist es allerdings besser möglich, Abstufungen dieses Risikos vorzunehmen und vielleicht auch einen zumindest verantwortungsvollerEN und sichererEN Gebrauch von leistungssteigernden Mitteln zu ermöglichen, auch wenn die gesündeste Dosis immer 0 mg bleiben wird - egal um welche Substanz es sich handelt.

Doch nun zu konkreten Bestandteilen eines Risikoprofils: Welche Parameter gehören dazu? Was sagen sie aus und wie können sie interpretiert werden? Die folgende Auflistung soll dabei helfen, ist aber keinesfalls vollständig und ersetzt NICHT das Gespräch mit dem Arzt des Vertrauens, der jedem und jeder helfen kann, bestimmte Kenngrößen einzuschätzen und eine fachkundige Gesamtbeurteilung vorzunehmen.

Familienanamnese: Ein sehr wichtiger Bestandteil des individuellen Risikoprofils ist eine umfassende Familienanamnese. Welche Krankheiten treten/traten in der Herkunftsfamilie beider Seiten auf? Gibt es auffällige Häufungen von kardiovaskulären Erkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall, Embolien)? Leiden nahe angehörige an Diabetes, Bluthochdruck oder anderen Erkrankungen? Diese Fragen sind deshalb wichtig, weil sie die zum Teil erhebliche erbliche Komponente, die in der Entstehung diverser Krankheiten eine Rolle spielen, einzuschätzen. Wenn niemand in der Familie beispielsweise an metabolischen Erkrankungen leidet und auch keine kardiovaskulären Gesundheitseinschränkungen bekannt sind, so ist das schon einmal ein gutes Zeichen und spricht für ein geringes Risiko (auf genetischer Ebene). Der andere Extremfall allerdings wäre, wenn sowohl von väterlicher als auch von mütterlicher Seite Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Verwandten bekannt sind - die im ungünstigsten Fall schon in relativ jungen Jahren (<50) manifest geworden sind. In diesem Fall ist von erblicher Seite ganz klar ein hohes Risiko festzuhalten und im weiteren Vorgehen zu bedenken.

Persönliche Vorerkrankungen: Der nächste Punkt auf der Agenda ist die Sammlung persönlicher Befunde und bekannter Vorerkrankungen. Diese werden zum Einen natürlich durch eine unmittelbare Untersuchung erhoben, doch auch bereits vergangene Operationen oder Erkrankungen, die schon über einen längeren Zeitraum bestehen, können wichtig und aussagekräftig sein. Dazu gehören zum Beispiel auch Allergien, Unverträglichkeiten und andere chronische Erkrankungen.

Blutwerte:

LDL/HDL/Gesamtcholesterin: Die Cholesterinwerte bzw. die Konzentration der Lipoproteine, die dieses transportieren, sind von zentraler Aussagekraft über die Wahrscheinlichkeit kardiovaskulärer Erkrankungen. Ein gesunder Lebensstil hat einen positiven, also auf LDL senkenden und auf HDL steigernden Effekt, während eine ungesunde Ernährung und wenig Bewegung diese Werte negativ beeinflussen. Ein großer Teil ist auch genetisch determiniert, wobei hohe LDL-Werte prognostisch sehr ungünstig sind, da sie häufig mit kardiovaskulären “Ereignissen”, also Herzinfarkten, Schlaganfällen und Thrombosen vergesellschaftet sind. Es gibt viele Medikamente, die zu hohe Cholesterinspiegel senken können, wenn diese zu hoch ausfallen, wobei hier vor allem ausschlaggebend ist, ob eine Person noch weitere Risikofaktoren aufweist oder nicht. Ist eine Person kerngesund, so sind auch höhere LDL-Werte noch akzeptabel, leidet zB ein Bodybuilder durch sein pharmakologisches “Enhancement” aber an Bluthochdruck oder auch Schlafapnoesyndrom (ebenfalls ein Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen), so sollten die LDL-Spiegel durch natürliche Maßnahmen (Lebensstil) und - falls dies nicht ausreicht - auch medikamentös gesenkt werden.

Lipoprotein A: Ein weiterer Blutparameter, der zumindest einmal im Leben bestimmt werden sollte, ist das Lipoprotein A. Dieser Wert verändert sich während des Lebens kaum, ist aber auch ein recht zuverlässiger Indikator für das kardiovaskuläre Risiko und kann auch bei der Entscheidung helfen, ob einem Patienten/einer Patientin ein Cholesterin-senkendes Präparat verschrieben wird oder nicht.

Nierenfunktionsparameter (eGFR, Albuminausscheidung, Kreatinin, Cystatin C, CK-MB, CRP): Eine Bestimmung der Nierenfunktionsparameter ist ein wichtiger Bestandteil jedes umfassenden Blutbildes, um einen Eindruck über die Nierengesundheit zum Einen und etwaige Entzündungsprozesse im Körper andererseits zu bekommen. Damit diese Werte eine Aussagekraft besitzen, sollte jedoch 2-3 Tage vor der Blutabnahme kein Training mehr erfolgen, da ein solches besonders bei hoher Intensität alle diese Werte erhöht und damit unbrauchbar macht. Es stimmt, dass man dies natürlich in der Analyse berücksichtigen könnte, nur würden auch im erholten Zustand erhöhte Werte dadurch verschleiert werden, die möglicherweise Anzeichen für (chronische) Erkrankungen liefern könnten. Ein gutes Beispiel hierfür ist die CRP-Konzentration. Das sogenannte C-reaktive Protein ist der primäre Marker für entzündliche Prozesse im Körper und daher v.a. nach und während bakteriellen Infektionen stark erhöht. Fällt ein Training außergewöhnlich intensiv aus, kann es durchaus sein, dass dieser Wert auch leicht ansteigt, da eine hohe Belastung initial nicht wirklich ein “Wohlfühlprogramm” für den Körper ist. Genau diese leichte Erhöhung kann aber eben auch bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und anderen Autoimmunerkrankungen auftreten. Darüber hinaus kann es sein, dass durch andere Mechanismen - etwa den Konsum von Genussmitteln, die toxisch auf den Körper wirken oder auch die Einnahme von PEDs - bereits Folgeschäden sich zu manifestieren beginnen, die vielleicht in diesem Stadium noch behoben werden können, ohne Intervention aber gravierende Folgeschäden haben können.

Harnsäure: Dieser Wert wird vor allem dann relevant, wenn in der Familie Fälle von Gicht bekannt sind. Diese Ablagerung von Harnsäurekristallen in Gelenken führt, ohne Änderung der Lebensgewohnheiten, langfristig zu Arthrose und Gelenksschäden. Für Sportler ist dies deshalb so relevant, da viele Athleten eine hohe Proteinzufuhr haben, die die Harnsäure weiter ansteigen lassen und eine Gicht schneller voranschreiten lassen könnte.

HbA1c und Nüchternglukose: Das Hämoglobin A1c und die Nüchternkonzentration an Glukose im Blut sind verlässliche Parameter für die metabolische Gesundheit einer Person. Während die Nüchternglukose zwar schwankt, so gibt eine stichprobenartige Kontrolle des Wertes doch recht gut an, wie die Autoregulation des Blutzuckers im Körper funktioniert. Außerdem gibt sie Aufschluss über die Insulinsensitivität: In den Morgenstunden mobilisiert das Stresshormon Cortisol vermehrt Glukose aus dem gespeicherten Glykogen, was zu einem Anstieg des Blutzuckers führt. Wird dieser nicht unmittelbar ge- und verbraucht, kann gleichzeitig das Insulin die Zuckermoleküle wieder zurück in die Zellen schleusen, um ein Überzuckern zu vermeiden. Bei Diabetikern (Typ II) und Menschen, die ein Vorstadium (Prädiabetes) vorweisen, ist allerdings die Empfindlichkeit (also die Insulinsensitivität) der Rezeptoren vermindert, was dazu führt, dass es länger dauert und nicht gleich gut funktioniert, den Blutzucker wieder zu senken. Dieser bleibt damit erhöht, was dann im Blutbild sichtbar wird.

Über den HbA1c-Wert bekommt man darüber hinaus einen Eindruck davon, wie sich der Blutzucker längerfristig verhält, was ebenfalls wichtig für die (Prä-)Diabetes-Diagnostik ist.

Im Kontext von PEDs sind diese Werte vor allem dann von großer Bedeutung, wenn Wachstumshormone oder Insulin im Spiel sind. HGH wirkt nämlich ebenfalls Glukose-mobilisierend, was zu einem erhöhten Insulinbedarf führt. Für ansonsten Gesunde mit normaler Insulinsensitivität ist das zunächst kein Problem, doch für Diabetes-Gefährdete sollte es ein Warnsignal sein, besonders vorsichtig mit diesen Präparaten zu sein. Ein manifester Diabetes mellitus ist nämlich mit zahlreichen Folgeerkrankungen assoziiert und senkt die Lebenserwartung um bis zu 10 Jahre, da Herzinfarkte, Tumore und andere lebensverkürzende Krankheiten viel wahrscheinlicher werden.

Erythrozyten, Blutplättchen und Hämatokrit: Grundsätzlich sind viele rote Blutkörperchen gut, da diese Sauerstoff transportieren und bei hoher Konzentration dies effektiver und in größerem Ausmaß tun können. Problematisch wird es allerdings, wenn der Anteil der festen Bestandteile (Zellen) am Blut (also eben der Hämatokritwert) über eine gewisse Schwelle steigt, da damit auch die Wahrscheinlichkeit einer Gerinnselbildung massiv zunimmt. Neben angeborenen Herzkrankheiten ist auch dies ein Grund dafür, dass Ausdauerelitesportler, die eigentlich doch ein besonders gutes Herz-Kreislauf-System haben sollten, gehäuft Infarkte erleiden. Ist das Blut nämlich zu dickflüssig, steigt bei kleinen Gefäßschäden, wie sie jeder Mensch im Laufe des Lebens bekommt, die Gefahr einer Thrombenbildung. Diese Gerinnsel können sich dann lösen, in Herz, Lunge oder Gehirn gespült werden und dort als Embolus ein Gefäß verstopfen. In der Regel lässt sich dieses Problem durch einen (regelmäßig vorgenommenen) Aderlass beheben, doch dafür muss man sich der eigenen Veranlagung und auch der Blut-bildenden Wirkung anaboler Substanzen bewusst sein und seine Werte dahingehend regelmäßig kontrollieren lassen.

Eisen: Die Ferritin- und Transferrinsättigungswerte im Blut sind darüber hinaus wichtig - auch insbesondere bei Frauen - um einen potenziellen Eisenmangel feststellen zu können. Eisen fungiert als wichtiges Ion im Hämoglobin und fördert so den Sauerstofftransport, doch Frauen verlieren im Rahmen der Menstruationsblutung regelmäßig große Mengen davon, was ein unterschätzter und aber sehr häufiger Grund für unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Antriebslosigkeit sein kann. Dies kann aber genauso bei Männern der Fall sein - wichtig hierbei ist es allerdings, nicht (nur) den Eisenwert im Serum zu bestimmen, sondern wirklich auch eben Ferritin und Transferrinsättigung, da nur letztere beide Werte wirklich aussagekräftig sind.

Blutdruck: Auch eine Blutdruckmessung, im Optimalfall in Ruhe und unter Belastung im Rahmen eines Ergometrie-Tests, ist ein sehr wichtiger Parameter für die kardiovaskuläre Gesundheit. Werte von 120/80 mmHg und darunter sind dabei optimal, ab 130/90 hingegen spricht man bereits von Bluthochdruck. Je mehr mechanische Belastung aber auf das Gefäßsystem wirkt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Schaden nimmt und sich kleine Mikroläsionen in den Gefäßwänden bilden. Diese wiederum werden dadurch “repariert”, indem Cholesterin abgelagert wird - es bilden sich Plaques und die Gefäße werden enger. Liegt eine Hypertonie chronisch vor, dann wird genau dieser Prozess gefördert und das Risiko eines Infarktes steigt immer weiter an. Doch man ist einem hohen Blutdruck nicht hilflos ausgeliefert und es gibt einige Maßnahmen auf diätetischer und bewegungstechnischer (und im Notfall auch medikamentöser) Ebene, die unternommen werden können, um diesen zu senken - nur ist dazu eine Bluthochdruck-Diagnose notwendig.

Auch im Bodybuilding-Kontext ist der Blutdruck einer der wichtigsten Parameter, da PEDs diesen stark erhöhen können. Durch ausreichend (Ausdauer-)Bewegung bzw. Cardio kann dieser auch wieder gesenkt werden und eine ausgewogene, eventuell salzreduzierte und gemüsereiche Ernährung, trägt ebenfalls zu einer Blutdruckverbesserung bei. Allerdings reichen diese Maßnahmen bei vielen Schwergewichten nicht aus oder werden auch nicht befolgt, weshalb dann Diuretika eingenommen werden, die den Blutdruck langfristig in einem akzeptablen Rahmen halten. Es ist in diesem Zusammenhang wichtig zu erwähnen, dass Bodybuilding aufgrund des hohen Körpergewichts - auch wenn dies zum größten Teil aus Muskeln besteht - leider alles andere als gesund ist und oft zusätzliche Medikamente eingenommen werden müssen, die die Nebenwirkungen von PEDs wieder ausgleichen, etwa Cholesterin- oder Blutdrucksenker. Diese polypharmazeutische Einstellung ist alles andere als optimal, doch im Rahmen eines gewünschten “Enhancements” die einzige Möglichkeit, bestimmte Gesundheitsfolgen zumindest im Rahmen zu halten.

Langzeit-/Belastungs-EKG, Echokardiographie: In Bezug auf das Herz - dem wichtigsten Muskel unseres Körpers, auch bei Bodybuildern - gibt es noch weitere Zusatzuntersuchungen, die in regelmäßigen Abständen (unter Hormon-”Unterstützung” häufiger, besonders bei Änderungen des Stacks) durchgeführt werden sollten. So können strukturelle und Veränderungen der Reizweiterleitung frühzeitig erkannt und darauf reagiert werden. Ein EKG - auch über zB 24 oder 48 Stunden - gibt Aufschluss darüber, wie die elektrische Erregung des Herzens funktioniert und ob es zu Rhythmusstörungen kommt (und wenn ja, wie häufig). Sind solche nachweisbar, ist das Risiko für einen plötzlichen Herztod, einen Herzstillstand oder eine lebensbedrohliche Rhythmusstörung wie das Kammerflimmern, erhöht. In der Echokardiographie wird das Herz hingegen optisch dargestellt und dabei vor allem der Fokus auf Wanddicken und das Septum gelegt. Auch hier sind Verdickungen indikativ für Kardiomyopathien, die genetisch vererbt oder auch erworben (zB durch HGH-Konsum) sein können. Für das individuelle Risikoprofil ist auch eine solche Untersuchung wichtig, weil so frühzeitig Maßnahmen getroffen werden können, um mögliche Komplikationen zu vermeiden oder so unwahrscheinlich wie möglich zu machen.

Dopplersonographie der Carotiden: Eine Untersuchung der Halsschlagadern gibt Aufschluss darüber, wie hoch die Gefahr eines Schlaganfalls und eventuell auch eines anderen thromboembolischen Ereignisses sein könnte. Da die Gefäße unterhalb des Kinns so gut durch einen Ultraschall einsehbar sind und zudem eine der größten, oberflächlich verlaufenden Arterien darstellen, eignen sie sich besonders gut für diese Untersuchung, deren Ergebnisse dann bis zu einem gewissen Grad auch auf den Rest des Körpers anwendbar sind. Bei einer Stenose (Verengung) durch arteriosklerotischen Plaque ist bedauerlicherweise davon auszugehen, dass ein solcher auch in anderen Gefäßen bereits manifest ist, sind die Carotin hingegen frei, ist das schon einmal ein sehr beruhigendes und gutes Zeichen.

Hormonstatus: Eine Erhebung von Schilddrüsen- und Sexualhormonen gehört zu einem umfassenden Blutbild ebenfalls dazu. Erniedrigte Schilddrüsenwerte können zum Beispiel der Grund dafür sein, dass du dich im Alltag schwach, müde und antriebslos fühlst und gehören deshalb bestimmt. Das trifft genauso auf Sexualhormone zu, wobei bei Männern das Testosteron und bei Frauen Östradiol und Progesteron die ausschlaggebenden Werte sind. Ergänzend empfiehlt es sich, das SHBG (sex hormone binding globulin) zu bestimmen, da dieses mitverantwortlich dafür ist, welcher Anteil an den Gesamtwerten dem Körper tatsächlich in seiner freien Form zur Verfügung steht.

Gerade im Kontext der Sexualhormone ist es außerdem sinnvoll, zu reflektieren, wie die eigene Stimmungslage, Energie und der intrinsische Antrieb in den Tagen und Wochen vor der Blutabnahme generell war. Dies hat den Grund, dass besonders unsere Sexualhormone einen nicht zu vernachlässigenden Einfluss auf unser Wohlbefinden hat. Da aber jeder Mensch anders ist, kann der gleiche Wert bei einer Person komplett in Ordnung sein und sich auch im Referenzbereich empfinden. Eine andere Person fühlt sich mit dem gleichen Wert jedoch elendig und profitiert von einem Hormonspiegel, der eher an der oberen Grenze des Referenzbereichs liegt. Da diese Spanne an physiologischen Werten groß ist, kann es von Vorteil sein, zu wissen, was ein bestimmter Wert für einen selbst bedeutet - deswegen die am besten schriftliche Reflexion.

Geschlecht: Um ein gutes Gesundheits(risiko)Profil erstellen zu können, ist wahrscheinlich eine der wichtigsten Fragen die nach dem Geschlecht. Das hat den Grund, dass zum Einen manche Referenzbereiche für Blutwerte sich unterscheiden, zum anderen haben Männer und Frauen rein genetisch gesehen andere Voraussetzungen und auch andere Krankheiten, für die sie eher anfällig sein können. Weiters besitzen Frauen im Optimalfall einen Zyklus, bei dem sich nicht nur Hormone ständig verändern, sondern damit auch Körpergewicht, der Eisenwert im Blut - etwa nach einer starken Monatsblutung etc. Außerdem unterscheiden sich etwaige Empfehlungen für Lebensstilanpassungen zwischen den beiden Geschlechtern signifikant. Um nur das Beispiel Intervallfasten zu nennen: Männer könnten von dieser Ernährungsform durchaus profitieren, wenn sie dadurch ihre Nahrungsaufnahme besser auf ein gesundes Maß beschränken können, während Frauen meistens von solchen Empfehlungen möglicherweise hormonelle Schäden davontragen, da eine ausgedehnte Fastenperiode ihrer Physiologie viel weniger entgegenkommt.

Fazit

Natürlich ist diese Liste an Werten und Untersuchungen nicht vollständig und je nach Person können weitere diagnostische Tests und Blutwerte sehr sinnvoll zu bestimmen sein. Gerade im Kontext des Bodybuildings halte ich diese Liste jedoch für einen guten Anhaltspunkt, die alle Werte enthält, die man regelmäßig, also mindestens jährlich, bei Änderungen in der “Unterstützung” auch engmaschiger überwachen sollte. Dieser Blog dient dabei der Information und Bildung, ersetzt aber in keinem Fall ein Gespräch mit einer qualifizierten Person und bei bedenklichen Werten auch keinen Facharztbesuch. Wenn du dir also als naturale/r AthletIn bei der Interpretation deiner Werte unsicher sein solltest oder gerne jemanden hättest, der sowohl über ein grundlegendes medizinisches Verständnis verfügt, als auch deine Leidenschaft für das Bodybuilding teilt, dann melde dich gerne bei mir und wir machen einen Termin für einen Videocall aus. Ansonsten hoffe ich, dass dir diese informativen Blogs zum Thema Gesundheit im Bodybuilding und im Allgemeinen gefallen und würde mich sehr über dein Feedback und auch über einen Kommentar, ein Like oder ein Abo auf Instagram freuen - so verpasst du auch keine neuen Blogs mehr. Danke für’s Lesen und alles Gute! Jakob

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