Sind PEDs das Risiko wert?

Sind PEDs das Risiko wert?

Ein ansprechendes Äußeres ist nicht erst seit Zeiten von Social Media ein vielfach verfolgtes Ziel von jungen und auch älteren Menschen. Um den Körper durch möglichst definierte Muskulatur zu formen, bedarf es jedoch sehr viel Disziplin, Wissen rund um Training und Ernährung und auch Geduld, denn Muskelaufbau ist ein langwieriger und oft quälend langsamer Prozess, bei dem man ohne Vergleichsbilder schnell den Eindruck bekommen kann, auf der Stelle zu treten. Nicht zuletzt aus diesem Grund greifen immer mehr Freizeitsportler zu leistungssteigernden Substanzen wie etwa anabolen Steroiden, um dieses Warten vielleicht etwas abzukürzen und schneller Erfolge zu erzielen. Vorbild sind hier professionelle Bodybuilder, die offen PEDs konsumieren, aber auch immer mehr “Influencer” auf Instagram und Co., die offen zugeben, Anabolika und andere Präparate zu nutzen und dabei auch noch Tipps mitliefern, wie man diesen Prozess so gesundheitsschonend wie möglich gestalten kann. Zum einen ist eine Aufklärung dahingehend natürlich zu begrüßen, andererseits besteht auch eine gewisse Gefahr, dass diese Praktiken normalisiert und verharmlost werden. Aus medizinischer Sicht kann man nämlich unabhängig von den begleitenden Präventivmaßnahmen behaupten, dass PEDs bleibende und auch schwere Schäden verursachen können und werden und es sich eher um Schadensbegrenzung handelt, wenn Blutbilder erstellt oder Symptome des Anabolikakonsums behandelt werden.

Ein weiteres Problem stellt aber auch die unrealistische Erwartungshaltung dar, die oftmals weit darüber hinausgeht, was PEDs tatsächlich bewerkstelligen können. Die Wirkung derselben auf Muskel- und Kraftaufbau ist zwar unbestritten, inwiefern dieser jedoch am Ende sich in einer ästhetisch ansprechenden Physique niederschlägt, kann so nicht vorausgesagt werden. Die individuelle Genetik spielt hier nämlich eine entscheidende Rolle und während fehlende Muskelmasse bis zu einem gewissen Grad vielleicht durch leistungssteigernde Substanzen “zugekauft” werden kann, so ist dies bei Körperbau und -struktur nicht möglich. Egal, wie diszipliniert und penibel genau man sich also an Training und Ernährung halten mag, genau wie Naturale Athleten in ihrer grundsätzlichen Fähigkeit, Muskeln aufzubauen, limitiert sind, stößt man auch als “enhanced” Athlet früher oder später an die Grenzen dessen, was die eigene Genetik vorgibt. Leider ist das vielen Menschen zuvor nicht bewusst und es werden gesundheitliche, finanzielle und rechtliche Risiken eingegangen, nur um ein Ziel zu erreichen, welches so von vornherein unerreichbar war.

Link zum Artikel: https://www.jakobuilding.com/pharmakologie-und-peds/sind-peds-das-risiko-wert

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