Blutdruckmanagement bei Bodybuildern
Bodybuilding ist unabhängig vom Gebrauch leistungssteigernder Substanzen auf Leistungsniveau betrieben kein gesundes Unterfangen. Besonders wenn aber PEDs verwendet werden, um die Grenzen des Möglichen zu verschieben, kann der Körper längerfristig davon geschädigt werden. Wer also nicht nur in dem Sport erfolgreich sein möchte, sondern nach der eigenen aktiven Karriere auch noch die Möglichkeit haben möchte, einigermaßen gesund und unbeschadet davon erzählen zu können, der muss proaktiv seine Gesundheit im Blick behalten. Egal, welche Maßnahmen dabei ergriffen werden, ganz wettgemacht werden können die Risiken prolongierten PED-Konsums nie, doch bestimmte Dinge können dazu beitragen, die Gefahr für Folgeschäden zumindest zu verringern. Jede einzelne, noch so kleine Maßnahme kann hier hilfreich sein und im Anbetracht dessen, was Anabolika und Co. für massive Auswirkungen haben können, halte ich es für gerechtfertigt, auch minder “wirksame” Präventivmaßnahmen in Erwägung zu ziehen und alles Mögliche zu unternehmen, seine längerfristige Gesundheit zu erhalten. Denn auch wenn einzelne Dinge wie Supplemente und Co. isoliert vielleicht nur einen geringen Effekt erzielen mögen, so können mehrere solcher Begleitinterventionen durchaus etwas bewirken und jeder Einsatz zählt.
Dennoch lohnt es sich natürlich, die großen “Brocken” als erstes zu bearbeiten und die Hauptrisikofaktoren so gut es geht zu behandeln. In diesem Artikel soll es deshalb um Bluthochdruck gehen. Hypertonie, wie dieser im Fachjargon bezeichnet wird, ist definiert als chronisch auftretende Werte von 140/90 mmHg, je nach Erhöhungsausmaß auch noch untergliedert in 3 Schweregrade. Ein zu hoher Blutdruck ist DER treibende Faktor für die meisten kardiovaskulären Erkrankungen, die in der westlichen Welt die Todesursache Nummer 1 sind. Sowohl Veränderungen am Herzen durch eine Verdickung des Muskels, der mit jedem Schlag einen höheren Druckwiderstand überwinden muss (eine sogenannte linksventrikuläre Hypertrophie), aber auch Gefäßschäden, arteriosklerotische Plaqueablagerungen und Stenosen werden durch Bluthochdruck begünstigt. Während in der Allgemeinbevölkerung Hypertonie als Volkskrankheit des Alters, aber auch eines ungesunden Lebensstils (Übergewicht, Bewegungsmangel, hoher Salzkonsum) auftritt, gibt es bei Bodybuildern zum Teil ähnliche, aber auch andere Auslöser.
Gründe für Hypertonie bei Bodybuildern
Das hohe Körpergewicht sorgt per se schon für eine Hypertonie und ist auch am wenigsten beeinflussbar, denn die hart antrainierte Muskelmasse zu verlieren ist für kompetitive Athleten nicht wirklich eine Option. Die bei hartem Training oft angewandte Pressatmung verstärkt dieses Problem kurzfristig zusätzlich, doch auch dieser Parameter ist nicht wirklich verhinderbar.
Ein weiterer Risikofaktor können ein unruhiger Schlaf, Schnarchen bzw. ein Schlafapnoesyndrom sein. Dabei handelt es sich um kurze Atemaussetzer während der Nacht, die durch verengte Atemwege zustandekommen. Der Grund dafür ist die oft stark ausgeprägte Nackenmuskulatur, aber auch die insgesamt erhöhte Körpermasse, denn auch adipöse Personen leiden oft an dieser Schlafstörung. Bekommt der Körper kurzfristig im Ruhezustand zu wenig Sauerstoff, wird durch mehrere Mechanismen, etwa die Ausschüttung von Stresshormonen, der Blutdruck erhöht, was dann auch bei naturalen Athleten zu einer manifesten Hypertonie führen kann.
Verstärkt werden alle diese Probleme jedoch zweifelsohne auch durch die Applikation leistungssteigernder Substanzen. Zum Einen sorgen diesen dafür, dass eine größere Menge an Muskeln aufgebaut werden kann und das Körpergewicht tendenziell höher ist, zum anderen gibt es aber auch Substanzen, die unmittelbar kausal dafür verantwortlich sind, den Blutdruck zu erhöhen. Somit wird dieser von PEDs sowohl indirekt als auch direkt beeinflusst und unterstützte Athleten sind in der Regel früher bzw. in stärkerem Ausmaß von einer arteriellen Hypertonie betroffen als Naturalathleten, egal ob während der Off-Season oder einer Wettkampfvorbereitung.
Wie kann eine Hypertonie festgestellt werden?
Ob man tatsächlich an Bluthochdruck leidet bzw. auch zur Überwachung eines etwaigen Therapieerfolgs ist die Anschaffung eines Blutdruckmessgeräts für Bodybuilder eigentlich obligatorisch. Dabei sollten Messgeräte bevorzugt werden, die über eine Oberarmmanschette verfügen, da die Messung am Handgelenk um einiges fehleranfälliger ist. Regelmäßige Messungen, am besten morgens und ohne vorhergehende körperliche Belastung oder Anstrengung, sind am geeignetsten, um die Entwicklung der Messwerte zu verfolgen und gegebenenfalls einzugreifen. Festgehalten werden können sie in einem Bludrucktagebuch, welches auch in der klinischen Praxis bei der Behandlung von Hypertonie-PatientInnen Anwendung findet. Darauf basierend können nämlich auch von ärztlicher Seite begründete Entscheidungen getroffen werden, die ohne diese objektiven Messungen nicht möglich wären.
Eine weitere kostengünstige Diagnose- und Überwachungsmethode der Schlafqualität stellt ein sogenannter Pulsoxymeter dar. Dieser Clip, der an einem Finger angebracht wird, misst in kontinuierlichen Abständen die arterielle Sauerstoffsättigung und kann Hinweise darauf geben, ob jemand möglicherweise an einem Schlafapnoesyndrom leidet. Darüber hinaus ist eine gute Sauerstoffsättigung des Blutes nicht nur zur Prävention von Bluthochdruck, sondern auch für die Regeneration und den Muskelaufbau, der ja bekanntlich außerhalb des Trainings stattfindet, ganz essentiell.
Während der Normalbevölkerung solche Apparate vielleicht erst in höherem Alter empfohlen werden, so halte ich eine proaktive Herangehensweise bei Bodybuildern, besonders im unterstützen Bereich, für absolut empfehlenswert. Ungewöhnliche Messwerte liefern so früh genug Anhaltspunkte für Optimierungsbedarf und geben auch eine Entscheidungsgrundlage für Ärzte, die besonders bei jungen Menschen oftmals eher zögerlich damit sind, zu intervenieren. Weil es sich aber bei Bodybuildern nicht um “Normalbürger” handelt, ist vielleicht auch eine frühere Intervention sinnvoll, um die Gesundheit der Athleten langfristig zu erhalten.
Welche Lebensstilmaßnahmen können unternommen werden?
Stellt man nun einen erhöhten Blutdruck (ab 130/80 mmHg) oder gar eine klinisch manifeste Hypertonie fest, so sollte schnellstmöglich etwas dagegen unternommen werden. Das Problem bei einem erhöhten Blutdruck ist, dass dieser sich subjektiv oft der Wahrnehmung entzieht und keinerlei Symptome verursacht. Es bleibt also ein stilles Problem, welches deshalb jedoch nicht minder gefährlich sein kann. Grundsätzlich gilt, dass je länger der Druck auf das Gefäßsystem erhöht ist und je höher diese Belastung ausfällt, desto früher kann man mit Folgeerkrankungen rechnen. Ähnlich wie bei technischen Gebrauchsgegenständen, bei denen durch intensive Nutzung der Materialverschleiß beschleunigt wird, birgt auch ein Bluthochdruck dieses längerfristige Risiko. Kurzfristig ist (bis auf akute Entgleisungen >180/100 mmHg) durch Bluthochdruck keine akute Nebenwirkung zu befürchten, doch je früher man gegensteuern kann, desto eher kann die langfristige Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems erhalten werden, was ja auch das Ziel ist.
Die wahrscheinlich effektivste Maßnahme, nämlich ein Gewichtsverlust, fällt allerdings für Bodybuilder, die nicht gerade in einer aggressiven Aufbauphase sind, flach. Alleine schon wegen des Blutdrucks sollten derartige Offseason-Protokolle inzwischen der Vergangenheit angehören, da mittlerweile wissenschaftlich belegt wurde, dass größere Kalorienüberschüsse nicht zu mehr Muskelmasse, sondern ab einem gewissen Punkt nur noch zu einer zusätzlichen Fettzunahme führen. Neben einer konservativeren Aufbaustrategie gibt es jedoch auch noch gewichtsunabhängige Maßnahmen, die ergriffen werden können.
Dabei ist vor allem tägliches Cardiotraining als sehr effizient und förderlich für einen gesunden Blutdruck zu betrachten. Niedrigintensive Bewegung, aber auch ein gewisses tägliches Schritteziel können das Herz-Kreislauf-System unterstützen, ohne dabei regenerative Kapazitäten zu verbrauchen, welche im Bodybuilding ja für das Krafttraining reserviert sind. Wichtig ist, dass diese Routine auch außerhalb einer Wettkampfvorbereitung, in der Ausdauertraining ja zumeist zu Zwecken des Kalorienverbrauchs ohnehin implementiert wird, beibehalten wird, da das Herz das ganze Jahr lang Unterstützung braucht, besonders in Phasen eines höheren Körpergewichts. Je nach zeitlichem Budget empfiehlt es sich, täglich 20-30 Minuten auf einem Ergometer oder anderen Kardiogerät der Wahl zu verbringen oder auch die Bewegung mit Sonne und frischer Luft zu verknüpfen.
Wenn eine Schlafapnoe oder auch “nur” gewöhnliches Schnarchen die Schlafqualität beeinträchtigen, so können auch hier Dinge unternommen werden, um diese zu verbessern. Die günstigste und einfachste Variante wäre, sich Nasentapes zu besorgen, wie sie heute bereits von vielen Sportlern gebraucht werden. Diese horizontal an den Nasenflügeln angeklebten Tapes sollen den Naseneingang weiter offen halten, wodurch - so die Theorie - mehr Luft in die oberen Atemwege gelangen kann. Inwieweit sie wirklich einen Unterschied machen, ist höchst individuell, es lohnt sich jedoch definitiv, hier einen Versuch zu unternehmen, ist es doch die niederschwelligste Möglichkeit, an der Schlafqualität etwas zu verbessern. Wenn es um die Behandlung eines “echten” Schlafapnoe-Syndroms geht, müssen allerdings schwerere Geschütze aufgefahren werden. Das Mittel der Wahl stellt hier eine sogenannte CPAP-Maske dar. CPAP ist ein Akronym für “continuous positive airway pressure” und beschreibt recht gut die Funktionsweise des Geräts: Es wird ein Überdruck erzeugt, der die Atemwege von außen offenhält und Luft in die Lunge hineinpresst, ohne dass der Körper diese erhöhte Arbeit selbst aufbringen muss, was ja zu den Atemaussetzern führt. Das Problem dabei ist, dass auch das Ausatmen gegen diesen erhöhten Widerstand erfolgen muss, neuere Systeme können jedoch inzwischen so eingestellt werden, dass während der Exspirationsphase der Druck abgesenkt wird und damit auch Anwender wesentlich angenehmer atmen können. Auch wenn man vielleicht anfangs ein paar Probleme mit einer solchen Schlafmaske hat und lieber einfach wieder “normal” schlafen würde, lohnt es sich, ein bisschen mit den Einstellungen herumzuspielen und auch den Sitz der Maske zu optimieren. Denn in der Behandlung von Hypertonie sind bereits nach einer Woche große Fortschritte möglich, die bei kontinuierlicher Anwendung erhalten bleiben und somit eine signifikante Risikoreduktion für HK-Erkrankungen darstellen können.
Auf diätetischer Ebene gibt es ebenfalls eine wichtige Stellschraube in puncto Bluthochdruck, und zwar das Verhältnis zwischen Natrium- und Kaliumkonsum. Während Speisesalz, welches aus Natriumchlorid besteht, im Übermaß den Blutdruck besonders bei “Hyperrespondern” erhöht, so konnte Kalium mit einer Erniedrigung desselben in Verbindung gebracht werden. Da Bodybuilder, besonders in der Offseason, meist große Mengen an Kalorien zu sich nehmen, sollte deshalb darauf geachtet werden, dass diese größtenteils aus “cleanen”, unverarbeiteten Lebensmitteln stammen. Natürlich müssen nicht 100% der Ernährung penibel genau überwacht und getrackt werden, dennoch sind es vor allem (hoch-)verarbeitete Lebensmittel, die oft große Mengen Salz (als Geschmacksträger oder Konservierungsstoff/Stabilisator) enthalten. Und da die Natriummenge von Natur aus mit einer höheren Kalorienzufuhr steigen wird, ist es empfehlenswert, dabei möglichst auf unverarbeitete Lebensmittel zu setzen, da diese bei frischer Zubereitung (auch gesalzen!) weitaus weniger Natrium beinhalten als UPFs (ultra-processed-foods).
Darüber hinaus ist es sinnvoll, kaliumreiche Lebensmittel (v.a. diverse Gemüsesorten) in seinen Ernährungsplan einzubauen und zu priorisieren. Ein weiterer “Hack” besteht in der Verwendung von “Blutdrucksalz”: Im Unterschied zu gewöhnlichem Speisesalz besteht dieses nämlich zu einem gewissen Anteil nicht aus Natrium-, sonder Kaliumchlorid, wodurch gleich zwei Fliegen (Na-Reduktion und K-Erhöhung) mit einer Klappe geschlagen werden können. Außerdem ist die Verwendung eines solchen Spezialsalzes wissenschaftlich gut fundiert: In großen Untersuchungen im asiatischen Raum bewirkte der isolierte Austausch von herkömmlichem Speisesalz mit Blutdrucksalz (75% NaCl und 25% KCl) - ohne weitere Begleitmaßnahmen! - zu einer Risikoreduktion von 12% für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Für eine so kleine Maßnahme ohne irgendwelchen Aufwand sind diese Ergebnisse bemerkenswert, v.a. weil es vor allem Hochrisikopatienten waren, die am meisten von der Intervention zu profitieren schienen. Und auch wenn Natrium für Bodybuilder im Training natürlich auch ein wichtiger Faktor für die Performance ist, lohnt es sich vielleicht, in den Mahlzeiten abseits des Trainings auf ein derartiges Blutdrucksalz zurückzugreifen.
Welche medikamentösen Möglichkeiten gibt es, Hypertonie zu behandeln?
Alle bisher genannten Maßnahmen haben nicht nur positive Auswirkungen auf den Blutdruck, sondern sind grundsätzlich empfehlenswert, da auch die Regeneration und die Gesamtgesundheit von ihnen profitieren können. Reichen diese allerdings nicht aus, um den eigentlichen Zielwert im Hinblick auf den Blutdruck (im Optimalfall <120/70 mmHg) zu erreichen, so gibt es natürlich auch noch medikamentöse Optionen, diese weiter zu senken. Im Gegensatz zu den Lebensstilmaßnahmen wirken Medikamente allerdings nicht systemisch auf den ganzen Organismus positiv, sondern behandeln isoliert einen Messwert und haben dabei auch potenzielle unerwünschte und ungesunde Nebenwirkungen. Im Einzelfall sollte deshalb Rücksprache mit einem Arzt bzw. einer Ärztin gehalten werden, um individuell zu evaluieren, ob der gewünschte Effekt die potenziellen Nebenwirkungen rechtfertigt oder nicht. Außerdem ist es sinnvoll, eine pharmakologische Einstellung anzustreben, die mit den wenigsten Nebenwirkungen einhergeht und sich nicht mit dem erstbesten Medikament in der Standarddosis zufrieden geben. Bodybuilder sind oft für einen langen Zeitraum mit einer solchen Medikation eingestellt, deswegen ist es sinnvoll, von Beginn an ein Präparat zu wählen, welches kurz- und langfristig am besten vertragen wird und dabei auch den gewünschten Effekt erzielt, denn Blutdrucksenker gibt es tatsächlich sehr viele verschiedene, die an anderen Stellen im Herz-Kreislauf-System ansetzen.
Das wohl gebräuchlichste Medikament für Bodybuilder, aber auch allgemein in der medizinischen Praxis ist wohl das Telmisartan. Telmisartan ist ein Vertreter der sogenannten Angiotensin-1-Rezeptor-Antagonisten und bewirkt durch eben jenen Wirkmechanismus eine gesteigerte Durchblutung der Niere, was insgesamt zu einer gesteigerten Wasserausscheidung führt. Das so reduzierte Kreislaufvolumen im Gefäßsystem senkt automatisch den Druck - deshalb wird Telmisartan als Antihypertonikum eingesetzt. Der Vorteil gegenüber anderen Präparaten besteht vor allem in seinen geringen Nebenwirkungen und Nieren- und Herz-schützenden Eigenschaften, die vor allem bei Patienten mit Begleiterkrankungen, aber auch bei enhanced Bodybuildern durchaus geschätzt werden. Dennoch kann die Verträglichkeit je nach Person unterschiedlich ausfallen, weshalb auf jeden Fall im Zweifel auch andere Alternativen in Betracht gezogen werden sollten.
ACE-Hemmer wie Lisinopril haben ähnliche Eigenschaften wie Sartane, sind allerdings öfter mit Nebenwirkungen verbunden. Sie wirken hemmend auf das sogenannte “Angiotensin-converting-enzyme”, welches das wenig aktive Angiotensin 1 zu Angiotensin 2, der Vorstufe von Aldosteron umwandelt. Durch die Blockade dieses Syntheseweges ergibt sich ebenfalls eine diuretische, also entwässernde Wirkung, die den Blutdruck senkt und Herz und Niere entlastet bzw. schützt. Jedoch können Reizhusten und Wassereinlagerungen mögliche Nebenwirkungen sein, weshalb initial zumeist eher Sartane empfohlen werden. Weitere Möglichkeiten auf pharmakologischer Ebene sind beispielsweise Ca-Antagonisten wie Amlodipin oder Betablocker, da diese jedoch auf Gefäße im ganzen Körper wirken und v.a. letztere zB auch einen Leistungsabfall im Training bewirken können, werden sie eher nur bei “reinen” Hypertonie-Patienten angewandt oder es werden Präparate gewählt, die selektiv auf gewisse Adrenorezeptoren wirken.
Ein interessantes Konzept, das vor allem für Bodybuilder jedoch sehr interessant sein könnte, besteht im sogenannten “Microdosing”. Die Idee dabei ist, kleine Mengen verschiedener Blutdrucksenker zu kombinieren, anstatt eines in einer klinisch gebräuchlichen Dosierung zu verwenden. Erstaunlich dabei ist, dass trotz der vermeintlich verschwindend geringen Mengen insgesamt derselbe blutdrucksenkende Effekt erzielt werden kann, jedoch ohne irgendwelche Nebenwirkungen, die von einem der verwendeten Präparate sonst ausgehen würden. Warum und wie genau dieses Konzept funktioniert, ist selbst Forschern noch nicht wirklich klar, jedoch wäre es eine sehr praktikable und optimale Lösung für viele Athleten, die sowohl ihre Gesundheit überwachen, dabei aber keine Nebenwirkungen von Medikamenten haben möchten. Auch hier gilt das Prinzip “probieren über studieren”: Jeder Mensch reagiert anders auf bestimmte Medikamentenklassen und ob das Microdosing wirklich funktioniert, ist vermutlich auch individuell verschieden. Unter ärztlicher Aufsicht ist es jedoch auf jeden Fall einen Versuch wert.
Fazit zur Blutdrucksenkung bei Bodybuildern
Ein hoher Blutdruck gilt als DER Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die den größten Teil der Todesursachen in unserer Gesellschaft darstellen. Neben einer chronischen Linksherzbelastung und dadurch entstehenden strukturellen Veränderungen am Herzen sind auch arteriosklerotische Ablagerungen bzw. Plaques eine direkte Folge einer Hypertonie. Bodybuilder stellen hier eine besondere Risikogruppe dar, da sie zum Einen durch das erhöhte Körpergewicht, bedingt durch die große Muskelmasse, aber auch direkt durch die Nebenwirkungen einiger PEDs in den allermeisten Fällen an Bluthochdruck leiden - ohne es zu bemerken. Durch eine regelmäßige Überwachung kann ein hoher Blutdruck aber gut diagnostiziert und überwacht werden und eine ehestmögliche Intervention ist anzuraten, da die unmittelbaren Folgen zwar kaum spürbar sind, es aber eben längerfristig zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen kommen kann.
Zuallererst empfiehlt es sich dabei, durch Cardiotraining, eine kaliumreiche Ernährung und eventuell den Gebrauch einer CPAP-Maske Verbesserungen zu erzielen. Diese Maßnahmen wirken insgesamt positiv auf den Organismus und bedienen nicht nur einen Mechanismus, um den Blutdruck zu senken, sondern haben noch weitere Vorteile, etwa eine bessere Regeneration. Wenn hier jedoch alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind und der Blutdruck dennoch erhöht bleibt, kann eine medikamentöse Einstellung unter Aufsicht eines Arztes sinnvoll sein. Am gebräuchlichsten und mit den wenigsten Nebenwirkungen ist hier zumeist ein Sartan verbunden, aber auch andere Ansätze wie etwa das “Microdosing” mehrerer Antihypertensiva stellt eine gangbare Option dar. Jedenfalls zahlt es sich für jeden Bodybuilder aus, seinen Blutdruck im Blick zu behalten und gegebenenfalls gegenzusteuern, damit einerseits das Leistungsmaximum erreicht werden kann und andererseits die langfristige Gesundheit keinen Schaden nimmt.
Hast du bereits Erfahrung im Blutdruckmanagement? Welche Tipps sind für dich neu? Lass es mich gerne wissen und folge mir unbedingt auf YouTube, wenn du weitere solcher Artikel und Podcasts nicht verpassen willst! Alles Gute inzwischen, dein Jakob